XI. Azawakh-Expedition 2001
Afrikanische Impressionen Ein Reisebericht von Bärbel Kleemann

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Die drei Berlinerinnen Christiane, Ilse und ich, Bärbel, treffen sich in aller Frühe am 30. Januar auf dem Tempelhofer Flughafen, um einzuchecken und müssen gleich mit einer grossen Aufregung und einem grossen Ärgernis fertigwerden. Das Gepäck, hauptsächlich Hilfsgüter wie Medikamente, Decken, Textilien usw. liegt über dem zugelassenen Gewicht. Kein Appellieren an die "gute Sache" und man möge doch ein Einsehen haben nützt etwas. SABENA verlangt eine Zusatzgebühr von 1.800,--DM. Wenn die mühsam im Jahr zusammengetragenen Dinge nicht in Berlin bleiben sollen, muss gezahlt werden, das tun Ilse und ihr Mann Achim und so kann die Reise beginnen.

In Brüssel ist dann die Gruppe komplett, Werner, Sylvia und Günter warten schon, aus München kommend, auf uns; kurzes unkompliziertes Kennenlernen, einen Kaffee und eine Zigarette und der lange Rollgang auf dem Brüsseler Airport bringt uns zu unserer SABENA-Maschine nach Ouagadougou. Mein heimlicher Wunsch, einen Fensterplatz zu haben, erfüllt sich, so dass ich mich auf die stundenlange Sicht auf die Sahara schon beim Start freue. Bei meiner ersten Reise 1998, die in Bamako begann, hatte ich dieses einmalige Erlebnis so genossen und nun, als die Wolken Europas unter uns verschwinden, liegt sie wieder da, diese grosse Unendlichkeit, die filigranen Linien längst ausgetrockneter Flussläufe, die kreisrunden algerischen Bewässerungsprojekte, die dunklen Baumlinien, die anzeigen, wo genügend Grundwasser vorhanden ist, und die Gebirgszüge, die sich abwechseln mit grossen Sandflächen. Es ist einfach wunderschön, die Wüste auch aus dieser Perspektive zu betrachten. (Foto 46 und 47)

Ankunft in Ouaga. Die Hitze schlägt uns noch ungewohnt heftig entgegen und sofort fangen wir an zu schwitzen. Die komplizierte Abfertigung im Flughafen wird uns etwas erleichtert durch einen Angestellten von "KrigarAfrika", unserer Transportagentur in Burkina Faso, der uns schnell überall durchschleust. Als das viele Gepäck endlich vor unseren Füssen steht, wird alles auf die bereitstehenden Jeeps verladen und es geht ins Hotel O.K. INN, unserer Eingewöhn- und Regenerationsoase mit Palmen, Swimmingpool und guter Küche. Ouagadougou, inzwischen eine Millionenstadt, kommt mir nicht so furchtbar chaotisch vor wie Bamako, an Quirligkeit steht sie ihr sicher in nichts nach, das gehört zu einer afrikanischen Grossstadt, aber sie scheint sauberer und übersichtlicher. Und da ist er, der unvergleichliche Geruch von Afrika nach Staub, Schweiss, Gewürzen und Essen, das am Strassenrand zubereitet wird. Ich fühle mich froh und leicht, wieder hier zu sein. (Foto 44 und 45)

Abends am Pool mit Siggi Krigar und seiner Frau Barietuo wird der nächste Tag besprochen und unser Aufbruch geplant. Aus Deutschland haben wir gepökeltes Fleisch und Wurst mitgebracht, auch Tütensuppen, Brühe, löslichen Kaffee, Instantpulver in verschiedenen Geschmacksrichtungen, Teebeutel usw. Eine lange Einkaufsliste von Werner muss aber noch abgearbeitet werden und das ist die Aufgabe für den Vormittag. Nach dem Einkauf ist noch Zeit für ein erstes Eintauchen in den Grand Marché und dann geht es zu "KrigarAfrika". Das Gepäck ist schon verladen, ein gutes Essen von Madam Barietuo macht uns stark für den Aufbruch. Am 31. Januar, nachmittags, beginnt unser Abenteuer in den Sahel. Die einen, die die Gegend und die Arbeit von A.B.I.S. noch nicht kennen, in freudiger Erregung. Dazu gehören Sylvia, Günter und ich. Die anderen drei, alte Hasen, die zum Stamm der A.B.I.S.-Aktivisten gehören, Christiane, Ilse und Werner, etwas abgeklärter, wohl wissend, dass auch viel Arbeit auf den Einzelnen zukommt. Bei Kaya wird das erste Nachtlager aufgeschlagen.

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